Wueste

Trailrunning in Marokko

Als Folge der Empfehlung durch eine Freundin buchte ich kurzfristig auf Abenteuerreisen.ch eine Woche Trailrunning in Marokko. Zugegeben, der Spass war nicht gerade billig, aber jeden einzelnen Rappen wert.

Wir (eine kleine, übersichtliche Sechsergruppe) trafen uns beim "Treffpunkt" im Checkin 1 des Flughafens. Nur - ich konnte keinen angeschriebenen Treffpunkt finden. Als ich pünktlich eintraf, hatte ich die anderen Teilnehmer - Joggingschuhe und Funktionsshirts sei Dank - sofort identifiziert. Der Flug nach Marrakesh verlief ereignislos.

Nach der Ankunft folgten dann aber einige Herausfoderungen für unseren Reiseleiter Dani: Der Transfer vom Flughafen in die Altstadt war noch nicht organisiert. So suchten wir uns ein Taxi (welches alle 6 Personen mitnahm und das Gepäck ungesichert auf dem Dachträger mitführte). Es kam tatsächlich alles in der Altstadt an. Mit dem Gepäck in einem Handwagen ging es weiter zum reservierten Riad, wo es dann aber hiess, es sei bereits voll. Einige Telefongespräche später wurden wir vom Hoteldirektor unter laufenden Entschuldigungen in ein anderes Riad gebracht, wo wird dann die Nacht verbringen konnten. Wir schlenderten noch über den Markt, wo wir auch unser Abendessen einnahmen.

Markt in Marrakesh

Am Tag 2 der Reise war der Transfer nach M'Hammid angesagt. Wir überquerten den Atlas und den kleinen Atlas und hielten nur kurz für Pinkelpausen und einmal, damit der Chaufeur sich verpflegen konnte. Am späteren Nachmittag trafen wir in der Caravane Rose du Sable ein, wo wir erst einmal begrüst und verpflegt wurden.

Mit dem Jeep ging es in der einbrechenden Dunkelheit rund 60 km hinaus in die Wüste. Diese Strecke war dann in den nächsten 4 Tagen joggend wieder zurück zu legen. Das Lager war schon aufgeschlagen. Zwei grosse Berberzelte für uns, eines für die uns begleitenden Berber und dazu 4 Zweimannzelte und je eines für Dusche bzw. WC. Die kleinen Zelte lehnten wir dankend ab, da wir lieber in den grossen Zelten bzw. sogar unter freiem Himmel schlafen wollten.

Beginn der Sahara

Nach dem Frühstück brachen wir am Tag 3 zur ersten Jogging-Etappe auf. Natürlich mussten wir am Anfang sämtliche Dünen testen, blieben dann aber schon bald auf dem härteren Salzboden. Begleitet von zwei Berbern auf Kamelen (so sollte es die nächsten vier Tage sein) steuerten wir nach einer Stunde eine kleine Oase an. Am Brunnen dort wurden die Dromedare getränkt. Als wir weiterzogen, nahm eine Eselherde besitz vom Brunnen, um das Restwasser zu leeren.

Eselherde bei der Oase

Wir joggten kurz weiter um dann bei einem nahen Flussbett eine Pause mit Nüssen und Orangen einzulegen und auch unser Trinkwasser nachzufüllen. Brahim sammelte in der ersten Runde die Orangenschalen ein um sie den Kamelen zu füttern; etwas was wir danach mit grosser Freude selbst übernahmen. Gegen Mittag kamen wir nach rund 13 km beim bereits stehenden Camp an. Unsere Begleiter hatten heute nur noch die grossen Zelte aufgestellt und brachten und kurz nach der Ankunft bereits Tee und das Mittagessen. Den Nachmittag verbrachten wir lesend im Schatten der Zelte. Als die Sonne dann nicht mehr so hoch stand, erklommen wir die Dünen rund um unser Nachtlager und erkundeten die nähere Umgebung.

Tag 4 hatte als Höhepunkt die höchste Düne der Region zu bieten. Brahim lief uns zu dieser voraus, während die Kamele das erste Stück die Dünen umliefen. Wir erkletterten Dühne um Dühne, um uns dann jeweils jauchzend und filmend auf der anderen Seite wieder herunterzustürzen. So gewannen wir laufend an Höhe und hatten schon bald den Erg Zahar mit rund 100 Höhenmetern erklommen.

Erg Zahar

Nach der obligaten Fotosession ging es bergab, erst auf einem Grat und dann eine lange Sandwand hinunter. Als der Boden langsam wieder fester wurde, trafen wir auf die wartenden Kamele. Brahim schwang sich in den Sattel seines weissen Reittiers und wir joggten weiter. Wir trafen wieder gegen Mittag am neuen Lagerort ein, wo wir bereits wieder mit Tee und feinem Essen erwartet wurden. Im Laufe des Nachmittags zog heute aber Wind auf der sich zum kleinen Sandsturm steigerte, beim Einbruch der Dunkelheit aber wieder aufhörte.

Der nächste Tag brachte uns nahe an die algerische Grenze. Wir kamen an Marabout Sidi Naji, einem alten Grabfeld der Nomaden, vorbei und erlebten eines unser Begleitkamele im Galopp. Auch hier hatten wir gegen Mittag unser Etappenziel erreicht.

Dir Gruppe am joggen

Das Essen wurde heute recht rasch serviert mit dem Hinweis auf die wieder auffrischenden Winde. Tatsächlich blies und sandete es heute noch fester und länger als am Vortag.

Kamele im Sandsturm

Tag 6 sollte unser letzter Jogging-Tag werden. Wir brachen wie jeden Morgen gegen 9:00 Uhr auf. Schon bald waren die ersten Palmen der im Flussbett des Drah nahe M'Hamid zu sehen. Wir durchquerten eine grosse Oase und nahmen an deren Ende unser Z'Nüni ein, fütterten ein letztes Mal die Kamele mit Orangenschalen und übten uns nun auch noch in Selfies mit den Tieren. Durch das Flussbett mit grossen Steinen ging es danach zurück in die Stadt.

Im Flussbett des Drah

Kurz vor Einbruch der Dunkelheit spazierten wir durch die Altstadt.

Der Transfer zum Flughafen zurück erstreckte sich über 1 1/2 Tage. Wir übernachteten in Ait Ben Habu, der Kulisse für einige Filme, bevor es über den Atlas zuück nach Marrakesh ging.

Tichka Pass

Joggen in der Wüste? Im Sand? Mit Kamelen? ja - jederzeit wieder!

Hier noch ein paar Impressionen:

Marokko 2019

Trailrunning in Marokko mit abenteuerreisen.ch

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